Leichte Sprache

Leichte Sprache ist nicht eindeutig definiert, aber die gemeinsamen Ansichten, die die großen Akteure dieses Themas teilen, sind bei weitem zahlreicher als die zäh verteidigten Unterschiede. Zu den großen Akteuren gehört das Bundesministerium für Arbeit und Soziales, das Netzwerk Leichte Sprache, die Forschungsstelle Leichte Sprache in Hildesheim oder das Projekt Leichte Sprache im Arbeitsleben an der Universität Leipzig. Im europäischen Kontext arbeitet die Inclusion Europe. Die als Prüfgruppen tätigen Menschen mit Lernschwierigkeiten (geistig Behinderte) haben auch ihre individuellen Stärken und Schwächen und bewerten daher die Verständlichkeit von Texten keineswegs einheitlich. Die Chance/das Risiko (eine Frage der Einstellung) einer fertig definierten Leichten Sprache ist damit äußerst gering.

Wozu dient leichte Sprache?

Leichte Sprache ist ein zentrales Instrument, um Menschen mit Lernschwierigkeiten (= geistiger Behinderung) oder Migranten mit sehr geringen Deutschkenntnissen den Zugang zur Teilhabe am Leben in Deutschland zu ermöglichen. Aber auch die gut 1,3 Millionen an Demenz Erkrankte und ca. 200.00 Aphasiker können von der Nutzung Leichter Sprache profitieren. Gleiches gilt für Gehörlose. Leichte Sprache steht für die Nutzung der einfachst möglichen Sprachmittel, um einen Sachverhalt für die Zielgruppe nachvollziehbar zu machen. Relevante Informationen, Gesetze und Regeln sind nur in Leichter Sprache auch für diese Zielgruppen verstehbar und damit zugänglich. Leichte Sprache ist damit ein entscheidendes Werkzeug, um inklusives Zusammenleben in einer Gesellschaft zu ermöglichen.

Leichte Sprache ist – genau wie das offizielle Deutsch – nicht final definiert: auch Leichte Sprache lebt, wird diskutiert und weiterentwickelt. Leichte Sprache lebt!